La Ferrari Aperta – offener Traum aus Maranello.
Ein limitierter Ferrari ist immer eine ideale Geldanlage für Superreiche. Bereits die Vorgängermodelle des am 5. März 2013 präsentierten LaFerrari, die auf die Namen F40, F50 und Enzo hörten, haben Wertzuwächse im zweistelligen Prozentbereich erfahren. Diese bei Sammler extrem begehrten Modelle werden meist in klimatisierten Garagen aufbewahrt, und sehen nur noch selten die Strassen beziehungsweise Rennstrecken dieser Welt.
So dürfte es auch bei dem auf 499 Stück limitierten LaFerrari sein, dessen offenes Pendant, der La Ferrari Aperta, sogar nur 210 mal gebaut wurde. Vor allen Dingen die offene Version verkörpert den Mythos Ferrari wie kein zweites Modell, da es die Technik aus der Formel 1 fast unverändert auf die Strasse bringt. Mit seinem HY-KERS genannten Energierückgewinnungssystem, das direkt aus der Königsklasse des Motorsports übernommen wurde, ist es gleichzeitig das erste Hybridmodell der Marke mit dem Cavallino Rampante gewesen.
Somit hat auch die Elektrifizierung des Automobils bei Ferrari Einzug gehalten, und der Konkurrent von Koenigsegg und Bugatti zeigte schon im Jahr 2013 auf, in welche Richtung es in den kommenden Jahren im Supersportwagensegment gehen wird. Man kommt eben auch im High-End-Segment der Hypercars nicht um Abgasvorschriften und Umweltschutz herum.
Das Design ist wesentlich zahmer als beim Enzo
An der Front präsentiert sich der La Ferrari Aperta sehr modern, und mit seinen länglichen Scheinwerfern erinnert das Modell sehr stark an aktuelle Modelle des grössten Konkurrenten Lamborghini. Die Lufteinlässe an der Front sehen aus, als kämen sie direkt von einem Formel-1-Renner, sind aber nicht mehr ganz so brachial designt wie noch beim Enzo, der mit seinem Kampfjetlook polarisierte. Auch die Seitenlinie wirkt sehr modern, und natürlich darf auch dort ein grosser Lufteinlass hinter den Türen nicht fehlen, um den Heckmotor zu kühlen, damit dieser bei hohen Geschwindigkeiten nicht überhitzt.
Das Cockpit, welches beim Aperta halboffen ist, ähnlich wie bei einem Porsche Targa, nur ohne Mittelsteg, sieht wesentlich ziviler und geräumiger aus, als beim Vorgänger namens Enzo. Das Heck ist dagegen im typischen Ferrari-Design gestaltet, mit zwei runden Rückleuchten und einem gewaltigen Diffusor, welcher die Nebelschlussleuchte und die Rückfahrscheinwerfer beherbergt, fast wie in der Königsklasse des Motorsports. Konventioneller sind dagegen die vier Auspuffrohre angeordnet, welche Power und Dominanz signalisieren, am sonst sehr weich wirkenden Heck des Ferraris, welches im oberen Bereich fast schon feminine Züge aufweist.
Von der Aggressivität eines Koenigsegg ist der Ferrari so weit entfernt wie Maranello von Schweden. Schmetterlingstüren verdeutlichen den Hypercar-Anspruch dieses Wagens, sind aber gerade für kleiner gewachsene Piloten nicht ganz einfach zu bedienen. In diesem Fall wären konventionelle Türen die bessere Lösung, aber Schmetterlingstüren bieten einfach wesentlich mehr Prestige, und in dieser Preisklasse geht nichts über Prestige und Exklusivität. In Sachen Übersichtlichkeit bei geschlossenem Verdeck hilft hingegen die verhältnismässig grosse Heckscheibe des LaFerrari Aperta, die das Fahrzeug nach hinten wesentlich übersichtlicher macht als man es von eniem Koenigsegg, Bugatti oder Lamborghini kennt.
LaFerrari Aperta – Innenraum ohne Touchscreen
Am deutlichsten merkt man dem LaFerrari sein Alter im Innenraum an. Wo bei heutigen Supersportlern ein Touchscreen im Format eines Laptops thront, verzichtet der Hyper-Ferrari aus den 2010er-Jahren komplett auf Bildschirme, welche den Fahrer vom Wesentlichen, nämlich dem Fahren, ablenken könnten. Immerhin bietet der heissblütige Italiener schon ein digitales Cockpit, welches die wichtigsten Informationen anzeigt.
Selbstverständlich finden sich alle wichtigen Bedienelemente am Lenkrad, so wie man es bei Ferrari üblicherweise handhabt, und überraschenderweise verfügt das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, welches normal über Schaltwippen am Lenkrad bedient wird, um Formel-1-Feeling aufkommen zu lassen, über einen Automatikmodus, falls man es einmal komfortabler angehen lassen möchte.
Ansonsten ist das Cockpit mit feinsten Materialien wie Alcantara, Carbon und Leder ausgekleidet, um nicht nur Rennsportfeeling, sondern auch Luxus zu versprühen. Schliesslich möchte das exklusive Klientel kein Tracktool, das nur auf der Rennstrecke glänzen kann, sondern auch ein alltagstaugliches Auto, mit dem man mal nach Monte Carlo oder Kitzbühel fahren kann.
Hybridantrieb mit zwei Motoren und irrer Systemleistung
Der Antrieb besteht aus einem 6,3-Liter-V12-Benzinmotor, der 800 PS leistet und im Heck eingebaut ist, sowie einem Elektromotor, welcher zusätzlich noch einmal 163 PS generiert und dessen Generator an der Vorderachse sitzt. Somit ergibt sich eine kombinierte Systemleistung von 963 PS, was im Jahr 2013 Rekord für einen Serien-Ferrari war. Damit wird der 4,70m lange, 1,99m breite und nur 1,12m flache Supersportler in unter drei Sekunden auf Tempo 100 katapultiert, und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von über 350 km/h.
Das Leergewicht liegt trocken bei federleichten 1365 kg, wodurch sich ein Leistungsgewicht von sagenhaften 1,5 kg/PS ergibt. Dadurch gelingt auch die Beschleunigung von 0 auf 200 in unter 7 Sekunden, und die magische 300-km/h-Marke wird in unter 17 Sekunden erreicht. Zu guter Letzt beträgt das maximale Drehmoment dieses Wagens über 900 Newtonmeter, ein Fabelwert für das Jahr 2013. Man kann mit diesem Auto also fast alles auf der Strasse versenken, was einem in die Quere kommt, aber wenn man zum auserwählten Kreis der La-Ferrari-Aperta-Besitzer gehört, dann hat man es eigentlich gar nicht nötig, auf der Autobahn die Muskeln spielen zu lassen, sondern man möchte sein Schätzchen der Öffentlichkeit präsentieren, und zeigen, was man in der Garage stehen hat.
Auf dem Gebrauchtwagenmarkt so gut wie nicht zu finden
Es ist wie ein Sechser im Lotto, wenn man bei einem Gebrauchtwagenportal auf einen La Ferrari Aperta stösst, denn durch die Limitierung auf gerade einmal 210 Stück sind alle Modelle dieses Typs selbstverständlich in Sammlerhänden. Der 210. Aperta erzielte zudem auf einer Auktion des britischen Auktionshauses RM Sotheby´s den Rekordwert von 8,3 Millionen Euro, was ungefähr 8,5 Millionen CHF entspricht.
Dadurch wurde der Schätzpreis des Wagens noch einmal um 200 Prozent übertroffen, wodurch er zum teuersten Ferrari des 21. Jahrhunderts avancierte. Dieser Wagen ist also definitiv nichts für Tuner und Raser, welche mit PS protzen möchten, sondern gehört zu den exklusivsten Automobilen dieser Welt. Wie wir bereits im ersten Abschnitt betont haben, eignet sich dieser Wagen hervorragend als Wertanlage, falls man zum erlauchten Kreis der Besitzer eines solchen Hypercars zählt.
Viele Sportwagenfans träumen jetzt sicherlich von so einem Wagen, auch wenn sie wissen, dass sie nie in den Genuss kommen werden, einmal mit diesem Ferrari fahren oder ihn gar besitzen zu dürfen. Dafür haben wir eine Bildergalerie beigefügt, in der dieses Traumcabrio bestaunt werden kann.
