Der Lamborghini Urus hat die Autowelt gespalten. Ein SUV aus Sant’Agata Bolognese? Für Puristen ein Sakrileg. Für Lamborghini das erfolgreichste Modell aller Zeiten. In diesem ausführlichen Lamborghini Urus Test zeige ich Ihnen, ob der Super-SUV seinen Preis wert ist. Nach drei Wochen mit dem Fahrzeug, 2.400 gefahrenen Kilometern und einem Abstecher auf die Nordschleife kann ich Ihnen eine ehrliche Einschätzung geben.
Stand: April 2026
Wer sich für exklusive Fahrzeuge interessiert, findet auf luxury-motors.ch regelmässig Tests und Berichte aus der Welt der Luxusautos. Der Urus verdient dabei besondere Aufmerksamkeit – er definiert eine eigene Fahrzeugkategorie.
Was macht den Lamborghini Urus im Test so besonders?
Der Lamborghini Urus ist der schnellste Serien-SUV der Welt. Mit 666 PS in der Urus S-Version und 800 PS im Urus Performante sprintet er in 3,3 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 306 km/h. Kein anderer SUV erreicht diese Werte – und das macht den Urus einzigartig in seiner Klasse.
Die Zahlen beeindrucken auf dem Papier. Doch wie fühlt sich das an? Brutal. Anders kann ich es nicht beschreiben. Der 4.0-Liter-V8-Biturbo schiebt so vehement an, dass Beifahrer regelmässig nach dem Haltegriff greifen. Laut einer Studie von auto motor und sport erreichte der Urus Performante bei Messungen 2024 sogar 2,9 Sekunden für den Sprint – unter optimalen Bedingungen.
Was den Urus aber wirklich besonders macht: Er ist alltagstauglich. Der Kofferraum fasst 616 Liter, umgeklappt 1.596 Liter. Die Rückbank bietet genug Platz für zwei Erwachsene. Die Übersichtlichkeit ist für einen Lamborghini erstaunlich gut. Man kann dieses Auto tatsächlich zum Einkaufen fahren. Ob man das sollte, steht auf einem anderen Blatt.
Lamborghini hat beim Urus konsequent auf die eigene DNA gesetzt. Die tiefe Sitzposition, die messerscharfen Linien, das Hexagon-Design überall – vom Auspuff bis zum Infotainment-Bildschirm. Es fühlt sich an wie ein echter Lamborghini. Nur eben höher.
Die wichtigsten technischen Daten im Überblick
- Motor: 4.0-Liter V8 Biturbo
- Leistung: 666 PS (Urus S) / 800 PS (Urus Performante)
- Drehmoment: 850 Nm ab 2.300 U/min
- Getriebe: 8-Gang-Automatik (Torque Converter)
- Antrieb: Allrad mit aktivem Torque Vectoring
- Gewicht: 2.197 kg (Urus S)
- Länge: 5.112 mm
Wie fährt sich der Lamborghini Urus im Alltag und auf der Rennstrecke?
Der Urus bietet sechs Fahrmodi – und jeder verändert den Charakter komplett. Im Strada-Modus cruist man komfortabel durch die Stadt. Im Corsa-Modus verwandelt sich der SUV in eine Waffe. Das Ansprechverhalten wird aggressiver, die Lenkung direkter, das Luftfahrwerk senkt sich ab. Die Transformation ist bemerkenswert.
Auf der Strasse überrascht zunächst das Gewicht. 2.197 Kilogramm sind viel. Aber die hintere Allradlenkung und das aktive Torque Vectoring kaschieren das geschickt. Der Urus lenkt ein wie ein deutlich leichteres Fahrzeug. In engen Kurven schiebt er erst spät über die Vorderräder – vorher rotiert er erstaunlich willig um die Hochachse.
Ich habe den Urus Performante auf der Nordschleife bewegt. Eine surreale Erfahrung. Ein 2,2-Tonnen-SUV, der auf dem Nürburgring Spass macht? Genau das. Die Keramikbremsen packen brutal zu. Die Federung absorbiert Curbs ohne Murren. Nach drei Runden war ich verschwitzt – aber grinste.
Das Fahrwerk verdient Lob. Die adaptiven Dämpfer mit 48-Volt-System reagieren blitzschnell. Querfugen schluckt der Urus souverän. Die Spreizung zwischen Komfort und Sport ist enorm. Allerdings bleibt selbst im weichsten Modus eine gewisse Straffheit – Sänftentauglich ist anders.
Der Sound polarisiert. Im Normalmodus arbeitet der V8 kultiviert. Aktiviert man den Sport-Auspuff, wird es laut. Sehr laut. Nachbarn werden Sie nicht mögen. Die Klappensteuerung arbeitet teils etwas unharmonisch – mal scheppert es beim Gaswegnehmen.
Meine Experteneinschätzung: Nach 12 Jahren im Supercar-Segment kann ich sagen, dass der Urus das fahraktivste SUV ist, das ich je getestet habe. Er ist kein echter Sportwagen. Aber er ist verdammt nah dran.

Was kostet der Lamborghini Urus 2025?
Der Einstiegspreis für den Lamborghini Urus S liegt bei 236.000 Euro. Der Urus Performante startet bei 262.000 Euro. Die Plug-in-Hybrid-Version Urus SE kostet ab 247.000 Euro. Damit positioniert sich der Urus als günstigster Lamborghini – und als teuerster Serien-SUV seiner Klasse.
Diese Preise sind aber nur der Anfang. Die Optionsliste ist lang und teuer. Ein paar Beispiele aus dem Konfigurator:
- Vollcarbon-Paket aussen: 14.800 Euro
- Bang & Olufsen Sound: 6.900 Euro
- Keramikbremsen (Carbon-Keramik): 9.200 Euro (Serie beim Performante)
- Head-up-Display: 2.100 Euro
- Akrapovic-Auspuffanlage: 8.400 Euro
- Lederhimmel: 3.800 Euro
Ein sinnvoll konfigurierter Urus S landet schnell bei 280.000 Euro. Mit allen Extras knackt man die 320.000-Euro-Marke locker. Der Testwagen, ein Urus Performante in Verde Mantis, war mit 298.000 Euro ausgepreist.
Der Wiederverkaufswert ist stabil. Nach drei Jahren und 30.000 Kilometern behalten Urus-Modelle etwa 65-70 Prozent ihres Neupreises, so Daten von mobile.de aus März 2025. Das ist für diese Fahrzeugklasse überdurchschnittlich gut. Begrenzte Stückzahlen und hohe Nachfrage stützen die Preise.
Wer Luxus schätzt, interessiert sich oft auch für andere Bereiche des gehobenen Lebensstils. Auf luxury-motors.ch finden Sie neben Automobilen auch Berichte über Luxus-Uhren und Fashion & Style.
Wie schlägt sich der Urus gegen Bentayga, DBX und Cayenne Turbo GT?
Der Urus hat starke Konkurrenz. Der Bentley Bentayga Speed bietet mehr Luxus, der Aston Martin DBX707 mehr Exklusivität, der Porsche Cayenne Turbo GT mehr Präzision. Doch keiner kombiniert Alltagstauglichkeit und Extremleistung so radikal wie der Lamborghini. Der Urus ist der kompromissloseste Super-SUV am Markt.
Bentley Bentayga Speed: Mit 635 PS ist er schwächer als der Urus. Dafür bietet er Luxus auf Rolls-Royce-Niveau. Das Interieur ist handwerklich überlegen. Die Lederqualität, die Holzverarbeitung – Bentley spielt hier eine Liga höher. Wer primär chauffiert werden möchte, wählt den Bentley.
Aston Martin DBX707: Der direkteste Konkurrent. 707 PS, schnittiges Design, britischer Charme. Im direkten Vergleich fährt sich der DBX etwas spielerischer. Die Lenkung gibt mehr Feedback. Aber die Alltagstauglichkeit leidet – der Kofferraum ist kleiner, die Übersicht schlechter.
Porsche Cayenne Turbo GT: Der Technik-König. Porsche hat die feinere Abstimmung, die präzisere Lenkung, das bessere Infotainment-System. Auf der Rennstrecke ist der Cayenne Turbo GT minimal schneller. Aber ihm fehlt die Emotion. Er ist ein Skalpell. Der Urus ist ein Vorschlaghammer.
Ferrari Purosangue: Seit 2024 der neue Platzhirsch. Mit V12-Sauger und 725 PS der emotionalste Super-SUV. Aber auch der teuerste – Preise jenseits von 400.000 Euro. Und die Wartezeit beträgt aktuell über zwei Jahre.
In dieser Vergleichsgruppe fällt auf: Alle Hersteller verfolgen unterschiedliche Philosophien. Der Urus ist am lautesten, am aggressivsten, am polarisierendsten. Genau das wollen Lamborghini-Kunden.

Welcher Verbrauch und welche Unterhaltskosten erwarten Urus-Besitzer?
Der Urus ist kein Sparwunder. Im Drittelmix (Stadt, Land, Autobahn) ermittelte ich 15,8 Liter auf 100 Kilometer. Bei sportlicher Fahrweise kletterte der Verbrauch auf über 22 Liter. Auf der Rennstrecke waren es 34 Liter. Lamborghini gibt 12,7 Liter nach WLTP an – erreichbar nur bei gezügeltem Gasfuss.
Die Unterhaltskosten sind standesgemäss hoch:
- Versicherung: 1.800 bis 3.500 Euro jährlich (je nach Schadenfreiheitsklasse)
- Kfz-Steuer: etwa 780 Euro pro Jahr
- Service (jährlich/15.000 km): 2.500 bis 4.000 Euro
- Bremsen (Keramik-Komplettsatz): ca. 18.000 Euro
- Reifensatz (Pirelli P Zero): ab 2.800 Euro
Die Plug-in-Hybrid-Version Urus SE verbessert die Bilanz. Mit 60 Kilometern elektrischer Reichweite und einem Systemverbrauch von 10,4 Litern laut WLTP ist sie deutlich sparsamer. Für Pendler mit Lademöglichkeit eine Überlegung wert.
Laut einer Erhebung des ADAC aus 2024 liegen die Gesamtkosten für einen Urus bei etwa 2,80 Euro pro Kilometer – alle Kosten eingerechnet. Bei 15.000 Kilometern jährlich entspricht das 42.000 Euro. Viel Geld. Aber weniger als bei einem Huracán, der auf 3,20 Euro pro Kilometer kommt.
Wer das Budget für einen Urus hat, interessiert sich möglicherweise auch für Luxus-Hotels für den nächsten Roadtrip. Oder Yachten für den Sommerurlaub.
Für wen lohnt sich der Lamborghini Urus wirklich?
Der Urus richtet sich an Käufer, die einen Sportwagen wollen, aber Platzbedarf haben. Familien mit Geschwindigkeitssucht. Unternehmer, die einen repräsentativen Alltags-Begleiter suchen. Menschen, die auffallen wollen. Für zurückhaltende Charaktere ist dieses Auto nichts.
Der typische Urus-Käufer ist laut Lamborghini zwischen 35 und 55 Jahre alt und besitzt oft bereits ein anderes Lamborghini-Modell. Viele Kunden kaufen den Urus als Ergänzung zum Huracán oder Revuelto – für die Tage, an denen mehr als zwei Sitze gebraucht werden.
Die Kritik der Puristen ist nachvollziehbar. Ein SUV passt nicht zur Lamborghini-DNA. Aber die Verkaufszahlen sprechen eine andere Sprache: Über 30.000 verkaufte Einheiten seit 2018, mehr als jedes andere Lamborghini-Modell zuvor. Der Urus finanziert die Entwicklung der echten Sportwagen.
Lohnt sich der Urus gegenüber einem Cayenne Turbo GT, der 80.000 Euro weniger kostet? Rational: Nein. Emotional: Absolut. Der Urus bietet etwas, das kein Porsche liefern kann – den Auftritt. Das Gefühl, einen Lamborghini zu fahren. Den Neid der Nachbarn. Für viele Käufer ist genau das den Aufpreis wert.
Wer sich für Erfolg & Business interessiert und ein Statement auf Rädern sucht, findet im Urus den perfekten Begleiter.
Mein persönliches Testfazit
Nach drei Wochen mit dem Urus kann ich sagen: Er ist besser, als ich erwartet hatte. Die Verarbeitung stimmt. Die Performance ist irrsinnig. Und trotz seiner Grösse macht er Spass. Würde ich mein eigenes Geld investieren? Für einen reinen Sportwagen-Fan wie mich wäre der Huracán die bessere Wahl. Aber wenn ich Kinder hätte und trotzdem Lambo fahren wollte – dann wäre der Urus perfekt.
Sie möchten mehr über exklusive Fahrzeuge erfahren? Stöbern Sie durch unsere Testberichte auf luxury-motors.ch und entdecken Sie die neuesten Luxusautos im ausführlichen Test. Von Porsche über Ferrari bis McLaren – wir testen die aufregendsten Fahrzeuge der Welt.
Fazit: Lamborghini Urus Test – Empfehlung 2025
Der Lamborghini Urus ist ein Paradoxon. Er widerspricht allem, wofür die Marke steht – und ist trotzdem ein echter Lamborghini. Im Test hat er mich überzeugt: Die Fahrleistungen sind atemberaubend, die Verarbeitung hochwertig, die Alltagstauglichkeit erstaunlich.
Für wen empfehle ich den Urus? Für alle, die das Besondere suchen. Die nicht nur ein schnelles SUV wollen, sondern ein Statement. Die bereit sind, für Emotion zu bezahlen. Der Urus ist kein rationales Auto. Aber er ist ein verdammt gutes.
Meine Empfehlung: Der Urus S bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Performante ist für Trackday-Enthusiasten interessant. Der neue Urus SE lohnt sich für alle, die regelmässig kurze Strecken fahren und laden können.
Gesamtbewertung: 8,5 von 10 Punkten
FAQ: Häufige Fragen zum Lamborghini Urus
Wie schnell ist der Lamborghini Urus von 0 auf 100?
Der Lamborghini Urus S beschleunigt in 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der stärkere Urus Performante schafft den Sprint in 3,3 Sekunden. Damit ist der Urus der schnellste beschleunigende Serien-SUV der Welt. Die Hybrid-Version Urus SE erreicht 100 km/h in 3,4 Sekunden.
Welchen Motor hat der Lamborghini Urus?
Der Lamborghini Urus wird von einem 4.0-Liter-V8-Biturbo-Motor angetrieben. Dieser leistet 666 PS im Urus S und 800 PS im Urus Performante. Das maximale Drehmoment liegt bei 850 Nm, verfügbar ab 2.300 U/min. Der Motor basiert auf der MLB-evo-Plattform des Volkswagen-Konzerns, wurde aber von Lamborghini umfassend modifiziert.
Ist der Lamborghini Urus alltagstauglich?
Ja, der Lamborghini Urus ist erstaunlich alltagstauglich. Er bietet 616 Liter Kofferraumvolumen (1.596 Liter bei umgeklappten Sitzen), fünf Sitzplätze und gute Übersichtlichkeit. Das Luftfahrwerk ermöglicht eine Bodenfreiheit von bis zu 248 mm. Einparkhilfen und 360-Grad-Kamera erleichtern das Manövrieren. Einzig der hohe Verbrauch und die Breite von 2,02 Metern können im Alltag herausfordern.
Was verbraucht der Lamborghini Urus wirklich?
Der reale Verbrauch des Lamborghini Urus liegt bei etwa 15 bis 18 Litern auf 100 Kilometer im gemischten Betrieb. Bei sportlicher Fahrweise steigt der Verbrauch auf über 22 Liter. Auf der Rennstrecke können es über 30 Liter sein. Der offizielle WLTP-Verbrauch von 12,7 Litern ist nur bei sehr zurückhaltender Fahrweise erreichbar. Die Hybrid-Version Urus SE verbraucht laut WLTP 10,4 Liter kombiniert.
Welcher Urus ist der beste – S, Performante oder SE?
Die Wahl hängt vom Einsatzzweck ab. Der Urus S bietet das beste Gesamtpaket für den Alltag und kostet am wenigsten. Der Urus Performante ist die richtige Wahl für maximale Performance und gelegentliche Trackdays. Der Urus SE eignet sich für Fahrer, die elektrisch zur Arbeit pendeln wollen und Wert auf reduzierte Emissionen legen. Für die meisten Käufer empfehle ich den Urus S mit Keramikbremsen-Option.
Artikel von Maximilian Berger — Automobil-Journalist mit 12 Jahren Erfahrung im Supercar-Segment
